Chancengleichheit in der Physik | |
Mo 15:40-17:40 | HS 5 |
| AKC 2.1 | Hauptvortrag | Mo 15:40 | HS 5 |
Physikerinnen und Physiker im Beruf - Auswertung der AKC-Umfrage
Bärbel Könekamp
TU Darmstadt
Physikerinnen sind in der Berufswelt "Physik" nach wie vor eine Minderheit. Haben Frauen die gleichen Chancen wie Männer? Begünstigt sie ihr Minderheitenstatus in ihrem beruflichen Erfolg oder haben sie mit Nachteilen zu rechnen? Der AKC (Arbeitskreis Chancengleichheit der deutschen physikalischen Gesellschaft) brachte im Jahr 2000 eine Untersuchung zur beruflichen Situation der Physikerinnen und Physiker in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft auf den Weg, die am Institut für Soziologie der TU Darmstadt unter der Leitung von Prof. Dr. Krais durchgeführt und in diesem Jahr abgeschlossen wurde. Alle weiblichen Mitglieder der DPG und eine Kontrollgruppe von 800 männlichen Mitgliedern wurden angeschrieben und zu ihrem schulischen und beruflichen Werdegang befragt. Mit dieser quantitativen Untersuchung liegen erstmals Informationen zur beruflichen Situation von berufstätigen Absolventinnen und Absolventen der Physik vor. Die Kombination von berufsspezifischen und biographischen Variablen ermöglicht darüber hinaus einen differenzierten Blick auf die berufliche Situation von Frauen in unterschiedlichen Lebensabschnitten. Vergleichend wird die aktuelle Berufssituation ihrer männlichen Kollegen herangezogen. Die Ergebnisse der Analyse deuten darauf hin, dass Frauen nicht nur aus persönlichen Gründen andere Arbeitsbedingungen wählen, sondern dass es strukturelle Barrieren gibt, die Männern und Frauen andere Chancen in ihren Karrieremöglichkeiten einräumen.
| AKC 2.2 | Hauptvortrag | Mo 16:20 | HS 5 |
Gibt es einen "(Zauber-)Schlüssel", der die Männerdomäne Naturwissenschaft und Technik für Mädchen und Frauen öffnet?
Ingeborg Wender
TU Braunschweig, Institut für Pädagogische Psychologie
Der Thematik Frauen und Technik kommt seit nunmehr 20 Jahren ein zentraler Stellenwert in der Diskussion um Geschlechterforschung zu. Hervorgerufen wurde das Interesse vor allem durch die geringen Häufigkeitsanteile der Mädchen und Frauen in den Bereichen Technik und Naturwissenschaften. Um die Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen, wurde eine Vielfalt von Frauenförderprojekten initiiert, die auf sehr unter- schiedlichen theoretischen Positionen beruhen. Vereinfacht lassen sich u.a. folgende theoretische Ansätze herausfiltern: Das Defizitmodell, das Differenzmodell, die auf das Selbstbild bezogenen Ansätze, die (De-) Konstruktions- bzw. individuumzentrierten Modelle. Während das Defizitmodell als überholt gilt, sind in den 90er Jahren ibs. in Physik die unterschiedlichen Interessenslagen von Mädchen und Jungen herausgearbeitet worden. Zur Zeit stehen die Selbstkonzepte mit ihren Zuschreibungen von Kompetenz und Wirksamkeit ibs. in Mathematik im Blickpunkt. Das Selbstbild wird in enger Beziehung mit den sozialen Geschlechterstereotypen gesehen, das je nach Kontext mehr oder weniger aktiviert wird und entsprechend der Aktivierung die Handlungsweisen der Person beeinflußt. Die verschiedenen Modelle sollen mit ihren Auswirkungen auf Interventionsmaßnahmen diskutiert und mit dem aktuellen Mentoring-Konzept verglichen werden. Zum Abschluss wird Bezug auf das Gender-Mainstreaming genommen.
| AKC 2.3 | Hauptvortrag | Mo 17:00 | HS 5 |
Ethik: Zum Umgang mit Betrug und Verleumdung in der Wissenschaft
Lisa Aberle
Bremen, email: ab@ifam.fhg.de
Im Fall Baltimore gehörte die Immunbiologin Thereza Imanishi-Kari zu den wenigen Ehrlichen, die trotzdem von fast allen für schuldig gehalten wurde. Dazu der Wissenschaftspublizist Ernst Peter Fischer: Es ist selten jemand so schwer für so wenig bestraft worden ... Dabei fällt auf, dass es ... eine Frau ist, die den größten und nicht wieder gut zu machenden Schaden zu tragen hat. Ähnlich erging es der Kölner Philosophin Elisabeth Ströker 1990, gegen die durch ungerechtfertigte Plagiat-Vorwürfe und mit Hilfe der Medien bis vor kurzem ein regelrechter Vernichtungszug stattgefunden hat. Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens können jeden treffen! Konkurrenzdruck und Mißgunst dürften häufiger als angenommen die Gründe dafür sein, daß mit Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens leichtfertig umgegangen wird. Hinzu kommt, daß eine generelle Unsicherheit herrscht, was eigentlich unter wissenschaftlichem Fehlverhalten zu verstehen ist. Wo fängt bewusste Täuschung an und wo endet versehentlicher Irrtum. Es sollen geeignete Verhaltens- und Vorgehensweisen diskutiert werden, was zu tun ist, wenn man mit Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens in Berührung kommt.
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Zuletzt geändert am 14.11.2002