Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG)

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E-Verhandlungen 2001
Programm und Abstracts der Sitzung TT 26

Elektronen und Phononen in HTSL

Fr 10:15-12:15

A

TT 26.1HauptvortragFr 10:15A

Untersuchungen der Pseudo-Energielücke in Kuprat Hochtemperatursupraleitern mit der Methode der ferninfrarot Ellipsometrie

•Christian Bernhard1, Todd Holden1, Dominik Munzar2, Manuel Cardona1 und Bernhard Keimer1
1Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, D-70569 Stuttgart, Germany
2Masaryk University, CZ-61137 Brno, Czech Republic

Wir berichten ellipsometrische Messungen der infrarot c-Achsenleitfähigkeit, sc(w), in Hoch Tc Kupratsupraleitern. Für unterdotierte Materialien weist sc(w) eine sehr ungewöhnliche Temperatur- und Frequenzabhängigkeit auf. Insbesondere bildet sich bereits im normalleitenden Zustand eine spektrale Energielücke aus. Wir zeigen, dass sich diese sytematisch als Funktion der Dotierung der CuO2 Ebenen verändert. Die Zwischenschichten spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die beobachteten Veränderungen als Funktion der Dotierung und der Temperatur stimmen sehr gut mit denen der Pseudoenergielücke überein, wie sie von Messungen der winkelaufgelösten Photoemmission (ARPES) am X-Punkt der Brillouinzone (sogenannter 'hot spot') berichtet wurden. Dies legt die Vermutung nahe, dass sich die ungewöhnlichen Eigenschaften des c-Achsenladunstransportes auf die Ladunsträger am X-Punkt und deren starke Wechselwirkung mit antiferromagnetischen Spinfluktuationen zurückführen lassen [1]. Durch starke Wechselwirkung der Ladungsträger mit antiferromagnetischen Spinfluktuationen lässt sich auch die optische Leitfähigkeit entlang der CuO2 Ebenen erklären [2]. [1] C. Bernhard et al., Phys. Rev. B 59, R6631 (1999); Phys. Rev. Lett. 80, 1762, (1998). [2] D. Munzar et al., Physica C 312,121 (1999).


TT 26.2VortragFr 10:45A

Are Ca and oxygen equivalent dopants of Y1-yCayBa2Cu3Ox ?

•J. Röhler1, M. Leufgen1, A. Gädke1, E. Kaldis2 und G. Böttger2
1Universität zu Köln, D-50937 Köln
2ETH Zürich, CH-8093 Zürich

Substitution of Y3+ by Ca2+ in Y1-yCayBa2Cu3Ox is widely believed to dope the superconducting CuO2 planes with mobile holes as the uptake of oxygen does. Dual doping with oxygen and Ca2+ is frequently used to tune the overdoped state of fully oxygenated YBa2Cu3O7 into a more extended range. The mechanism of exactly how Ca-dopants affect the superconductivity in Y1-yCayBa2Cu3Ox is however unclear. Conflicting results have been reported on perfectly deoxygenated but Ca doped Y1-yCayBa2Cu3O6. Dependent on subtle details of the deoxygenation procedure Y0.8Ca0.2Ba2Cu3O6 appears to be a superconducting metal, or an insulator. We report on EXAFS-measurements of the local atomic structure at the Y- and the Ca-sites in oxygen overdoped Y1-yCayBa2Cu3O @ 6.96. We confirmed Ca ought to substitute Y as a single impurity, not Ba. Important structural differences between the two sites appear in the nn distances to the CuO2 planes. The Ca-Cu2 bondlength is found to be significantly shorter than the Y-Cu2 bondlength, pointing to a reduced planar dimpling of s = 0.2 Å around the Ca sites compared to s = 0.25 Å around the Y sites. The former number corresponds to the reduced planar dimpling in fully deoxygenated and insulating YBa2Cu3O6. Discussed are the crucial role of the lattice degrees of freedom perpendicular to the planes in cuprate superconductors, and their control through the Cu4s hybridization strength.


TT 26.3VortragFr 11:00A

Photoanregungseffekte in den Ramanspektren von MBa2Cu3O7-x - Hochtemperatursupraleitern (M = Nd, Sm, Er, Eu, Y, Pr, La)

•S. Bahrs1, A. R. Goñi1, C. Thomsen1, G. Levy2, B. Maiorov2, G. Nieva2 und A. Fainstein2
1Technische Universität Berlin, PN 5-4, Hardenbergstr. 36, D - 10623 Berlin
2Centro Atómico Bariloche, Comisión Nacional de Energía Atómica, 8400 S. C. de Bariloche, R.N., Argentinia

An Hochtemperatursupraleitern der YBCO-Familie lassen sich bei vermindertem stöchiometrischem Sauerstoffgehalt (7-x) Defektmoden beobachten, die durch Sauerstoff-Fehlstellen in den CuO-Ketten des Materials aktiviert werden. Unterhalb einer Temperatur von etwa 250 K nimmt die Intensität dieser Moden unter Lichteinstrahlung ab, wobei sich auch Leitfähigkeit und Sprungtemperatur des Materials verändern. Tempern bei höheren Temperaturen hat den gegenteiligen Effekt. Dieses Verhalten wird auf Umordnungsprozesse der Sauerstoffatome in den Ketten zurückgeführt, ist aber noch nicht im Detail verstanden. Wir haben das Abklingverhalten der Moden unter Beleuchtung in Keramiken mit verschiedenen Seltenen Erden in Abhängigkeit von Faktoren wie der anregenden Wellenlänge und der Temperatur untersucht.


TT 26.4VortragFr 11:15A

Hochaufgelöste Photoemissionsspektroskopie an Bi2Sr2-xLaxCuO6+d-Einkristallen: Fermi-Fläche und Polarisationseffekte

•R. Müller1, M. Schneider1, C. Janowitz1, L. Dudy1, A. Krapf1, H. Dwelk1, R. Manzke1, K. Roßnagel2, L. Kipp2, M. Skibowski2, C. Ast3 und H. Hoechst3
1Institut für Physik, Humboldt-Universität zu Berlin, Invalidenstraße 110, 10115 Berlin
2Institut für Experimentelle und Angewandte Physik, Universität Kiel, 24098 Kiel
3Synchrotron Radiation Center, Stoughton, 53589 Wisconsin

Wir präsentieren Ergebnisse aus der winkelaufgelösten Photoemissionsspektroskopie (ARPES) am Einschichtmaterial Bi2Sr2-xLaxCuO6+d. Dieses System ist durch eine CuO2-Schicht pro Einheitszelle ausgezeichnet. Die Sprungtemperatur Tc läßt sich durch Dotierung mit La einstellen, wobei bei optimaler Dotierung (x=0.4) ein Tc von 29 K erreicht wird. Wir untersuchen die Fermi-Fläche dieses Kuprat-Supraleiters mittels Fermi-Flächen-Mapping mit polarisierter Synchrotronstrahlung. Die auftretenden Polarisationseffekte werden diskutiert. Weiterhin gehen wir auf die Frage der Abhängigkeit der Fermi-Fläche von der verwendeten Anregungsenergie ein und präsentieren weitere Ergebnisse, die die etablierte These einer lochartigen Fermi-Fläche auch für das Einschichtmaterial unterstützen [1]. Zusätzlich stellen wir ARPES-Messungen im supraleitenden Zustand zur Bestimmung der Supraleitungslücke vor.


[1] R. Müller, C.Janowitz, M. Schneider, A. Krapf, H. Dwelk, R Manzke. Physica C, 341-348 (2000), 2109 Gefördert durch das BMBF (Projekt-Nr. 05SB8KH10)


TT 26.5VortragFr 11:30A

Ladungsmobilität und Magnetismus in Zn-dotiertem La2-xSrxCuO4

•H.-H. Klauß1, W. Wagener1, D. Mienert1, M. Hücker2, B. Büchner1,3, D. Baabe1, M. Birke1, W. Kopmann1, H. Luetkens1 und F.J. Litterst1
1Institut für Metallphysik und Nukleare Festkörperphysik, TU Braunschweig, Mendelssohnstrasse 3, D-38106 Braunschweig
2II. Physikalisches Institut, Universität zu Köln, Zülpicher Strasse 77, D-50937 Köln
3II. Physikalisches Institut, RWTH Aachen, D-52056 Aachen

In dem Hochtemperatursupraleiter La2-ySryCuO4 kann durch zusätzliche Zn-Dotierung der CuO2-Ebenen auch der Einfluß der Ladungsträgermobilität auf den elektronischen Grundzustand studiert werden. Wir haben die magnetische Ordnung (Untergittermagnetisierung, Ordnungstemperatur, Spindynamik) im System La2-xSrxCu1-zZnzO4 mit mSR untersucht. In niedrig dotierten Systemen (x < 0.03) erhöht eine moderate Zinkdotierung die Untergittermagnetisierung und Neel-Temperatur trotz der gleichzeitigen Verdünnung des Spinsystems. Bei x = 0.021 (magnetisch kurzrechweitig geordnet) wird die Ordnungstemperatur für z = 0.04 von 20 K auf 100 K erhöht. In Verbindung mit Widerstands- und Magnetisierungsmessungen kann das beobachtete Verhalten wesentlich auf eine Frustration der magnetischen Zwischenebenenkopplung durch die Ladungsträgerbewegung zurückgeführt werden.

Das elektronische Phasendiagramm eines stark lokalisierten Systems (z= 0.15) zeigt eine Stabilisierung der langreichweitig geordneten Phase für kleine x und stark verdünnte kurzreichweitige Spinkorrelationen bis zu einer Dotierung von x=0.15.


TT 26.6VortragFr 11:45A

Inhomogener Magnetismus in elektronendotierten Kupraten

•D. Baabe1, H.-H. Klauß1, D. Mienert1, M. Birke1, P. Adelmann2 und F.J. Litterst1
1IMNF, TU Braunschweig, Mendelssohnstr. 3, D-38106 Braunschweig
2IFP, FZ Karlsruhe, Postfach 3640, D-76021 Karlsruhe

Sowohl an dem lochdotierten System La2-x-yNdxSryCuO4 als auch an den isostrukturellen Nickelaten La2-zSrzNiO4 bildet sich bei entsprechender Ladungsträgerdotierung (um y = 1/8, bzw. z = 1/3) eine elektronische Phasenseparation auf mikroskopischer Längenskala sowie eine langreichweitig modulierte Ladungs- und Spinordnung aus. In diesem Vortrag werden die Resultate unserer Untersuchungen an elektronendotierten Kupraten (Nd,Pr)2-yCeyCuO4 vor diesem Hintergrund diskutiert. Nullfeld m+SR Untersuchungen an Nd2-yCeyCuO4 mit y = 1/8 zeigen für T < 100 K langreichweitige magnetische Ordnung, wobei die spontane Myonen-Präzessionsfrequenz zunächst dem Verlauf einer Magnetisierungskurve folgt. Bei » 30 K spiegelt das Auftreten einer 2. Frequenz eine deutliche Verbreiterung der Feldverteilung am Ort des Myons wider. Als Ursache hierfür kann eine Wechselwirkung des magnetischen Momentes des Nd3+-Ions mit dem Cu-Spinsystem ausgeschlossen werden, da analoge Untersuchungen an Pr2-yCeyCuO4 (Pr3+ trägt kein magnetisches Moment) mit y = 1/8 dieselbe Anomalie bei 30 K zeigen. Zusätzliche Untersuchungen an (Nd,Pr)2-yCeyCuO4 mit y = 0.05 und 0.10 unterstützen die Hypothese, dass für y = 0.10 und 0.125 eine elektronische Phasenseparation in den CuO2 Ebenen ursächlich für die erwähnte verbreiterte Feldverteilung ist.


TT 26.7VortragFr 12:00A

Copper and Oxygen Nuclear Magnetic Resonance Studies of RuSr2EuCu2O8

•S. Krämer1, G. V. M. Williams1,2 und E. Pavarini3,4
1Universität Stuttgart, 2. Physikalisches Institut, D-70550 Stuttgart
2The New Zealand Institute for Industrial Research, P.O. Box 31310, Lower Hutt, New Zealand
3INFM Dipartimento di Fisica Ä.Volta", Via Bassi 6, I-27100 Pavia, Italy
4MPI für Festkörperforschung, Heisenbergstr. 1, D-70569 Stuttgart

We report the results from a zero field nuclear magnetic resonance (ZFNMR), a Cu nuclear magnetic resonance (NMR) and a 17O NMR study of RuSr2EuCu2O8. This compound has recently been found to exhibit the coexistence of magnetic order and superconductivity. We find that the Cu ZFNMR frequency for temperatures above the magnetic ordering temperature is consistent with this material being an underdoped HTSC. A broad ZFNMR signal extending over 50 MHz is observed for temperatures much less than the magnetic ordering temperature which could be due to Cu or Ru. At 9 T, the magnetic order in the RuO2 layers is predominately ferromagnetic and we find a Cu NMR signal for temperatures above and below the magnetic ordering temperature. We measured the 17O NMR spectra from 10 K to 330 K and find that the occurrence of an increasing 17O NMR shift with increasing temperature for temperature above ~ 200 K provides direct evidence that RuSr2EuCu2O8 is similar to an underdoped HTSC. The isotropic hyperfine coupling from Ru to oxygen in the CuO2 layers is found to be small.


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Zuletzt geändert am 05.06.2001

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