Fallen und Kühlung I | |
Mo 16:30-19:30 | HS XVI |
| Q 5.1 | Vortrag | Mo 16:30 | HS XVI |
Eindimensionale Sub-Doppler Kühlung von Ca für die Atominterferometrie
Tomas Binnewies, Uwe Sterr, Jürgen Helmcke und Fritz Riehle
Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Bundesallee 100, 38116 Braunschweig
Die besonders für Präzisionsexperimente interessanten Atome ohne
Grundzustandsaufspaltung (z.b. Erdalkalimetalle) entziehen sich den
etablierten Sub-Dopplerkühlmethoden. Wir haben ein neues
Kühlschema zur eindimensionalen Sub-Dopplerkülung von 40Ca
entwickelt. Aus einem in einer magneto-optischen Falle gekühlten
Ensemble mit einer Doppler-limitierten Geschwindigkeitsbreite von 1
m/s wird ein schmales Geschwindigkeitsintervall durch Anregung auf
einem Übergang mit kleiner natürlicher Linienbreite selektiert.
Die selektierten Atome werden optisch in einen anderen langlebigen
Zustand gepumpt und die Geschwindigkeitsverteilung der
Grundzustandsatome wird durch eine optische Melasse wieder
hergestellt. Durch die Wiederholung dieser Schritte werden langsame
Atome mit einer eindimensionalen Geschwindigkeitsbreite kleiner 0,1
m/s im angeregten Zustand akkumuliert.
Die Verwendung so
präparierter Ensemble für die Atominterferometrie führt zu einer
signifikanten Erhöhung des Kontrastes auf über 50 %.
Gefördert durch die DFG unter SFB 407.
| Q 5.2 | Vortrag | Mo 16:45 | HS XVI |
Ca+-Ionenkristalle in einem Quasi-2D-Potential
M. Block, A. Drakoudis, H. Leuthner, P. Seibert und G. Werth
Institut für Physik der Johannes Gutenberg-Universität, Staudingerweg 7, 55099 Mainz
In einer linearen Paulfalle werden Ionen gespeichert und mit
Laserlicht bis zur Kristallisation gekühlt. Die
Fluoreszenz wird ortsaufgelöst mit einer CCD-Kamera detektiert.
Wählt man die Fallenspannungen so,
daß die Potentiale in zwei Richtungen etwa gleich stark und deutlich
stärker als in der verbleibenden Richtung
sind, ergibt sich ein quasi-zweidimensionales Potential, d.h. die
Säkularfrequenzen in y- und z-Richtung
(Symmetrieachse) sind gleich wz = wy > wx. Die
Kristalle bilden planare Strukturen,
wobei sich die Ionen in Schalen anordnen, deren Besetzung mit
wachsender Ionenzahl einem Periodensystem
folgt. Die Besetzung wurde für Ionenzahlen zwischen 1 und 20
untersucht. Die Ergebnisse stimmen qualitativ
gut mit MD-Simulationen [1] [2] überein. Beobachtete Unterschiede in
der Anzahl der Ionen pro Schale werden
auf Abweichungen des realen gegenüber des in den Simulationen
angenommenen Potentials zurückgeführt.
Ähnliche Experimente wurden bereits von [3] durchgeführt. Die
Experimente werden von der DFG unterstützt.
[1] V. Bedanov und F. Peeters, Phys. Rev. B49, 2667
(1994)
[2] Y. Lozovik, V. Mandelshtam, Phys. Lett. A
145, 269 (1990)
[3] W. Itano et al, GSI-Report 89-10, 241 (1989)
| Q 5.3 | Vortrag | Mo 17:00 | HS XVI |
Experimente zur Kühlung und Heizung eines Ions in einer Radiofrequenzfalle
Ch. Schwedes, Th. Becker, J. von Zanthier, E. Peik und H. Walther
Max-Planck-Institut für Quantenoptik und Sektion Physik der Universität München
Die Laserkühlung gespeicherter Ionen findet wichtige Anwendungen
bei optischen Frequenzstandards, der Untersuchung von
Quantenzuständen und der Quantenlogik. Durch Seitenbandkühlung
können wir ein In+ Ion in einer Miniatur-Radiofrequenzfalle
bis nahe an den Schwingungs-Grundzustand abkühlen [1]. Das
zeitabhängige Potential der Falle hat bei bestimmten Frequenzen
des Kühllasers einen wichtigen Einfluß auf die Kühlung. So kann es zu
Heizung bei negativen und zu Kühlung bei positiven
Laser-Verstimmungen kommen. Die Folge sind multistabile
Bewegungszustände. Schaltet man den Laser ab, so wird das Ion von
fluktuierenden elektrischen Feldern aufgeheizt und ändert seine
Schwingungsquantenzahl auf einer Zeitskala von Millisekunden. Wir
untersuchen diese Heizung und ihre Abhängigkeit von den
experimentellen Parametern.
[1] E. Peik, J. Abel, Th. Becker, J. von Zanthier, H. Walther, Phys. Rev. A 60, 439 (1999)
| Q 5.4 | Vortrag | Mo 17:15 | HS XVI |
Seitenbänder der Säkularbewegung im Fluoreszenzspektrum eines Doppler-gekühlten gespeicherten Ions
V. Bühner und Chr. Tamm
Lab. 4.32, Phys.-Techn. Bundesanstalt, Bundesallee 100, 38116 Braunschweig
Durch optischen Heterodyn-Nachweis kann der mit dem Anregungslicht
kohärente Anteil der atomaren Fluoreszenzemission mit hoher
spektraler Auflösung analysiert werden [1]. Im Fluoreszenzspektrum
eines Ions erwartet man Seitenbänder bei der Frequenz der Bewegung
im Speicherpotential (Säkularbewegung). Bereits untersucht wurde
der Fall einer kohärenten externen Anregung der Bewegungsresonanz
[2]. In unserem Experiment untersuchen wir das Fluoreszenzspektrum
eines einzelnen, gespeicherten und Doppler-gekühlten
172Yb-Ions ohne externe Anregung der Bewegungsresonanz.
Die beobachtete Stärke und Linienbreite der Seitenbänder
der thermischen Restbewegung ist in Übereinstimmung mit
theoretischen Vorhersagen [3], wenn Sättigungs-Effekte
berücksichtigt werden. (gefördert durch die DFG.)
[1] J.T. Höffges et al., Opt. Comm. 133, 170 (1997)
[2] C.Raab et al., Poster P2-56, 14th ICOLS (1999)
[3] J.I. Cirac et al., Phys. Rev. A 48, 2169 (1993)
| Q 5.5 | Vortrag | Mo 17:30 | HS XVI |
Seitenbandkühlen von Magnesium jenseits des Lamb-Dicke Regimes
T.E. Mehlstäubler1, J. Keupp1, Luis Santos2, Filip Floegel2, M. Malec1, H. Ly1, E.M. Rasel1, Maciej Lewenstein2 und Wolfgang Ertmer1
1Institut für Quantenoptik, Universität Hannover, Welfengarten 1, D-30167 Hannover
2ITP, Universität Hannover, Appelstraße 2, D-30167 Hannover
Die Erzeugung und Speicherung von ultrakalten, nicht magnetischen Atomen ist bis heute eine
Herausforderung für die Laserkühlung. Wir zeigen, dass neue Arbeiten zum dynamischen
Seitenbandkühlen in Dipolfallen [1,2] gerade auch hier einen vielversprechenden Ansatzpunkt
darstellen.
Rein optisches Kühlen bietet die Möglichkeit eines verlustfreien und schnellen Weges,
die Phasenraumdichte zu erhöhen. Heizprozesse aufgrund von Reabsorption werden bei
Vibrationsfrequenzen, die größer als die Streurate sind, unterdrückt [3].
Im Falle von Magnesium, zu dessen Kühlung der Interkombinationsübergang mit g=31 Hz
genutzt werden kann,
ist diese Bedingung auch mit relativ großen Fallenvolumina jenseits des Lamb-Dicke Regimes
zu erreichen.
Ein zur Verfügung stehender schmalbandiger Laser ermöglicht es dabei, die Modenabstände von
nur wenigen kHz aufzulösen.
Eine makroskopische Besetzung des 3-dimensionalen Grundzustandes scheint daher möglich zu
sein.
[1] L.Santos and M.Lewenstein, Phys. Rev. A 59, 613 (1999)
[2] L.Santos and M.Lewenstein, Phys. Rev. A 60, 3851 (1999)
[3] J.I.Cirac et al., Europhys. Lett. 39, 647 (1996)
| Q 5.6 | Vortrag | Mo 17:45 | HS XVI |
Seitenbandkühlung eines einzelnen 172Yb+-Ions
M. Riebe, Chr. Balzer, T. Hannemann, Chr. Wunderlich, W. Neuhauser und P.E. Toschek
Institut für Laser-Physik, Universität Hamburg, Jungiusstr. 9, 20355 Hamburg
Einzelne gespeicherte Ionen können zur Darstellung quantenoptischer Gatter dienen. Voraussetzungen sind die kohärente Manipulation der elektronischen und Schwingungs-Zustände und die anfängliche Präparation im Vakuum-Grundzustand. Die aufgelösten Bewegungsseitenbänder der laserinduzierten Fluoreszenz erlauben Charakterisierung sowie gezielte Änderung des Schwingungszustands [1]. - Wir haben ein 172Yb+-Ion in einer Paul-Falle auf seiner Resonanzlinie laser-vorgekühlt, auf seinem E2-Übergang S1/2-D5/2 (6Hz nat. Breite) mit frequenzverdoppeltem Licht eines Dioden-Lasers (411nm, Bandbreite dn < 500Hz) kohärent angeregt [2] und Bewegungsseitenbänder 1. Ordnung ( Dn = 1,3MHz) registriert. Der D5/2-Zustand zerfällt überwiegend (83% [3]) in den extrem langlebigen Zustand F7/2. Dessen schnelle Entleerung erfolgt durch Licht eines Dioden-Lasers (638nm, dn < 400kHz), so daß wirksame Seitenband-Kühlung [4] stattfindet.
[1] B. Appasamy, Y. Stalgies, P.E. Toschek, Phys.Rev.Lett. 80,
2805 (1998).
[2] R. Huesmann, Ch. Balzer, Ph. Courteille, W.
Neuhauser,
P.E. Toschek, Phys.Rev.Lett. 82, 1611 (1999).
B.C. Fawcett,
M.
[3] Wilson, At.Nucl.Data Tables 47, 241 (1991).
D.J. Wineland,
H.G.
[4] Dehmelt, Bull.Am.Phys.Soc. 20, 637 (1975).
| Q 5.7 | Fachvortrag | Mo 18:15 | HS XVI |
Von der Ionen-Falle zum Speicherring
T. Schätz, D. Habs, C. Podlech und U. Schramm
Sektion Physik der LMU München
Der Quadrupol-Speicherring PALLAS (Umfang 0.36m, Geschwindigkeit
der Ionen ca. 5000 m/s) wurde mit dem Ziel entwickelt,
durch Laserkühlung erstmals 3D-kristalline Ionenstrahlen
zu erzeugen und zu studieren.
Molekulardynamische Simulationen stimmen zuversichtlich, daß
die mit PALLAS gewonnenen Ergebnisse auf Schwerionenspeicherringe
übertragen werden können.
Realisiert wurde bisher die Speicherung von Mg+-Ionen im Ring,
sowie deren Kristallisation nach Spontankraftkühlung mit
zwei antiparallelen, in externen Ringresonatoren frequenzverdoppelten
Farbstofflaserstrahlen. Die Beschleunigung der Ionen erfolgt
über sechzehn entlang der Sollbahn angebrachte Driftröhren.
Zudem studieren wir die transversale Strahlkühlung
von Mg+-Ionen durch die Kombination
longitudinaler Beschleunigung mit der Puffergaskühlung
( < 10-2 mbar He).
Teilweise gefördert von der DFG unter Nr. Ha 1101/8-1-650/98
| Q 5.8 | Fachvortrag | Mo 18:45 | HS XVI |
Resonator-QED mit einem einzelnen 40Ca+-Ion
G.R. Guthöhrlein1, K. Hayasaka2, W. Alt1, D. Schaudel1, W. Lange1 und H. Walther1
1Max-Planck-Institut für Quantenoptik
2Communications Research Laboratory, Kobe
Die stabile Speicherung eines einzelnen 40Ca+-Ions in einer
RF-Quadrupolfalle in Verbindung mit einem Fabry-Perot-Resonator hoher
Finesse bietet die Möglichkeit, das Ion innerhalb der Resonatormode
beliebig zu positionieren und so eine definierte Kopplung g zwischen
dem Ion und dem Resonatorfeld zu erreichen. Je nach verwendetem Übergang
in Ca lassen sich zwei verschiedene Bereiche untersuchen: Im Grenzfall
schwacher Kopplung ist das System zur Erzeugung von Einzelphotonen-Pulsen
geeignet [1], während im Bereich starker Kopplung ein Laser realisiert
werden kann, dessen Medium aus einem einzelnen Ion gebildet wird [2]. Der
experimentelle Aufbau, mit dem bereits einzelne 40Ca+-Ionen im
Lamb-Dicke-Bereich lokalisiert wurden, wird vorgestellt und über
charakteristische Eigenschaften des für die Falle optimierten Resonators
berichtet.
[1] C.K. Law, H.J. Kimble, J. Mod. Opt. 44, 2067 (97).
[2] G.M. Meyer, H.-J. Briegel, H. Walther, Europhys. Lett. 37, 317 (97).
| Q 5.9 | Vortrag | Mo 19:15 | HS XVI |
Dunkelresonanzen und Dichteverteilungen von Ionen in einer Paulfalle
T. Baier, I. Malchartzeck, H. Ebensing und H. Harde
Universität der Bundeswehr Hamburg, Holstenhofweg 85, 22043 Hamburg
Wir berichten über Kohärenzeffekte, die ihren Ursprung in der charakteristischen Bewegung von gespeicherten Ionen in einer Paulfalle haben. Zur Kohärenzerzeugung wird ein Prozess eingesetzt, der aus der Oszillation der Ionen relativ zum eingestrahlten Lichtfeld resultiert. Wir zeigen, wie dieser Effekt zur hochauflösenden Messung der Ionenbewegung genutzt werden kann. Desweiteren berichten wir über Messungen der Ionendichte in einer Paulfalle mit Hilfe einer CCD-Kamera durch eine der Kalotten. Sie lassen Schlüsse auf den Einfluss der gespeicherten Ionen und damit der Ladungsdichte auf das Speicherpotential in grossen (30mm) Ionenfallen zu.
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Zuletzt geändert am 15.01.2001