| PV I | Plenarvortrag | Di 14:00 | H2 |
Rauschen als Signal: Das Global Positioning System (GPS) in der Atmosphärenphysik
Gottfried Kirchengast
Institut für Meteorologie und Geophysik, Karl-Franzens-Universität Graz, Halbärthgasse 1, A-8010 Graz
Das GPS, sowie das russische GLONASS und das geplante europäische
Galileo, generisch Global Navigation Satellite System (GNSS)
genannt, sind Satellitenkonstellationen, deren Hauptnutzung in den
Bereichen Navigation und Geodäsie liegt. Bei diesen primär auf
genaue Orts- und Zeitbestimmung zielenden Anwendungen werden Einflüsse
der Atmosphäre und Ionosphäre auf die Navigationssignale der GNSS
Satelliten als störendes Rauschen betrachtet.
Seit etwa zehn Jahren wird jedoch zunehmend auch dieses ``Rauschen''
genutzt: Betrachtet man es als Signal, ergeben sich Zugänge zur
genauen und globalen Fernerkundung der fundamentalen
Zustandsvariablen der Atmosphäre wie Temperatur, Wasserdampf,
Wind und ionosphärische Elektronendichte.
Zu diesen Zugängen gehören die GNSS Radio-Okkultation,
die GNSS Phasenweg-Sondierung und die GNSS Scatterometrie.
Diese werden, mit Betonung der am meisten Potential bergenden
Radio-Okkultation, unter besonderer Berücksichtigung
performance-kritischer Aspekte besprochen.
Die Anwendungsgebiete reichen von atmosphärischen
Prozess-Studien (z.B. Tropopausenstruktur, Schwerewellen) über
Wettervorhersage bis Klimaforschung. Diese werden anhand von
Beispielen aus aktuellen Arbeiten der eigenen Gruppe und von
Partnern der ``scientific community'' vorgestellt.
| PV II | Plenarvortrag | Mi 09:00 | H1 |
Solar-terrestrische Beziehungen
Rudolf von Steiger
International Space Science Institute, ISSI, Bern, Schweiz
Mit dem Begriff solar-terrestrial physics (STP) wird traditionell der Einfluss von kurzzeitigen, energetischen Ereignissen in der Sonnenatmosphäre auf die Erde und insbesondere auf ihre Magnetosphäre bezeichnet: Aurorae, geomagnetische Stürme, ... . In neuerer Zeit hat der Begriff jedoch eine wesentliche Erweiterung erfahren: Variabilität der Sonne auf langen Zeitskalen könnte entweder direkt oder (wahrscheinlicher) indirekt zumindest teilweise für irdische Klimaschwankungen verantwortlich sein. Nebst einem Überblick des ersten Aspekts soll hier deshalb insbesondere der zweite zur Sprache kommen, vor allem anhand von Resultaten eines ISSI-Workshops zum Thema Solar Variability and Climate.
| PV III | Plenarvortrag | Fr 09:00 | H2 |
Modellierung chemischer Reaktionen in der Atmosphäre
Guy Brasseur
DKRZ Hamburg
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Zuletzt geändert am 15.01.2001