Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG)

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E-Verhandlungen 1999
Programm und Abstracts der Sitzung AM 2


Dauer- und weichmagnetische Werkstoffe

Mo 09:30-12:45

F4

AM 2.1HauptvortragMo 09:30F4

Wasserstoffinduzierte Nanostrukturierung von Magnetwerkstoffen

•O. Gutfleisch
IFW Dresden, 01171 Dresden

Prinzipiell sind bei der Reaktion von Wasserstoff mit intermetallischen Verbindungen basierend auf Seltenerd (R)-Übergangsmetallen (T) drei verschiedene Reaktionswege möglich: (a) die Bildung eines interstitiellen, mindestens ternären, Hydrides RnTmHx unter Erhalt der ursprünglichen oder durch Gitterverzerrungen leicht modifizierten Kristallstruktur, (b) die Wasserstoff-induzierte Amorphisierung (HIA - hydrogen induced amorphisation) und (c) die Disproportionierung, d.h. Zerfall der ursprünglichen Phase unter Bildung eines binären Hydrides RHx und der übrigen Elemente oder Kombinationen der Elemente der Ausgangsphase. Welche Reaktion tatsächlich stattfindet, hängt vom Typ der Ausgangslegierung (z.B. Ausbildung eines Plateaubereichs im pcT-Diagramm), vom Wasserstoffdruck und von der Hydrierungstemperatur ab. Inwiefern die Reaktionen zu einer Nanostrukturierung von hartmagnetischen Verbindungen auf NdFeB-, SmFe und SmCo-Basis genutzt werden können, wird am Beispiel des HDDR (Hydrogenation Disproportionation Desorption Recombination) Verfahrens diskutiert. Reaktives Mahlen unter Wasserstoffatmosphäre kann eine mechanisch induzierte Gas-Festkörperreaktion hervorrufen und bei geeigneter Wahl der Versuchsparameter kann entweder HIA oder HDDR stattfinden. Dieses Verfahren ist insbesondere für die Nanostrukturierung von thermodynamisch hochstabilen Verbindungen von Bedeutung.


AM 2.2VortragMo 10:00F4

Magnetische Eigenschaften von Nd(Fe,M)12 (M=Ti, V, Mo) nach interstitieller Modifikation durch H-, C- und N-Atome

•Ph. Oleinek, D. Eckert, K.-H. Müller und L. Schultz
Institut für Festkörper- und Werkstofforschung Dresden

Die magnetischen Eigenschaften Fremdatom-dotierter Seltenerd (SE)-Fe-Verbindungen des ThMn12-Strukturtyps wurden auf den Einfluß ihrer Zusammensetzung hin untersucht. Für NdFe12-xMxZy (0 £ y £ 3.2) mit M = Ti (x=1.0), V (x=1.25) und Mo (x=1.5) und Z = H, C und N wurden Curie-Temperatur TC, Sättigungspolarisation JS und Anisotropiefeld HA bestimmt. TC steigt nach interstitieller H-Beladung in allen Verbindungen an, für M = Ti um 22 K, für M = V um 4 K und für M = Mo um 48 K. Bei N- oder C- Beladung steigt TC für alle M zunächst an, fällt aber nach für y > 1.5 für M = Ti und V wieder ab. JS und HA steigen für alle M nach N- bzw. C-Beladung für y £ 2 an, nehmen jedoch für M = Ti oder V und y > 2 deutlich ab. Im Gegensatz dazu variieren TC, JS und HA für M = Mo nur sehr wenig. Die magnetischen Größen nehmen für Z = N durchgehend höhere Werte an als für Z = C. H hat nur sehr geringen Einfluß auf die magnetischen Eigenschaften. Das magnetische Verhalten und die strukturellen Änderungen wurden mit Hilfe von Röntgen- und Neutronenbeugung analysiert. Ein Zersetzungsprozeß, der bei höheren Temperaturen (T > 723K) für M = Ti und V und Z = N und C zeitgleich zum Beladungsprozeß abläuft, wird für die Abnahme der magnetischen Parameter für y > 1.5 verantwortlich gemacht.


AM 2.3VortragMo 10:15F4

Mikrostruktur und magnetische Eigenschaften von nanokristallinen Zr-haltigen Sm2Fe15Ga2C2.2 Magneten

•Jun-xian Zhang und H. Kronmüller
MPI für Metallforschung, Stuttgart

Zr-haltiges Sm2Fe15Ga2C2.2 wurde mit Hilfe des Schnellabschreckverfahrens in den amorphen Zustand abgeschreckt und anschließend durch eine optimierte Wärmebehandlung in den nanokristallinen Zustand überführt.
Der Vorgang des Auskristallisierens (Phasenbildung) wurde mittels Röntgenbeugung (XRD) und Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) untersucht. Zur Charakterisierung der magnetischen Eigenschaften wurden Hysteresekurven gemessen. Während sich bei Anlaßtemperaturen von TA = 620°C..740°C eine metastabile ungeordnete TbCu7-artige Phase ausbildet, entsteht für TA = 760°C..1050°C eine Th2Zn17-artige Struktur. TEM-Untersuchungen zeigen nun, daß die mittlere Korngröße in der 1:7 Struktur deutlich kleiner ist als in der 2:17 Struktur. In den 1:7-artigen Magneten führt die kurzreichende Austauschwechselwirkung zwischen den hartmagnetischen 1:7 Körnern zu einer deutlichen Remanenzüberhöhung (JR = 0.8 T) gegenüber konventionellen entkoppelten Magneten derselben Zusammensetzung. Das zugehörige maximale Energieprodukt beträgt 88.7 kJ/m3. In den 2:17-artigen Magneten beträgt die Remanenz nur etwa 0.6 T. Dafür können hier Koerzitivfelder von bis zu m0HC = 0.97 T erzielt werden.
Aus Messungen der Temperaturabhängigkeit von m0HC wurden die Mikrostrukturparameter aK und Neff bestimmt und mit der im TEM beobachteten Mikrostruktur verglichen.


AM 2.4VortragMo 10:30F4

Magnetische und mikrostrukturelle Eigenschaften schnellabgeschreckter Sm2(Co,Cu,Fe,Zr)17 Dauermagnete

•D. Goll, W. Sigle und H. Kronmüller
MPI für Metallforschung, Stuttgart

Mit Sintermagneten auf der Basis von Sm2(Co,Cu,Fe,Zr)17 können sehr große Koerzitivfeldstärken erreicht werden ( >  3.5 T), sofern sie einer komplexen Glühbehandlung unterzogen werden. Bei dieser bildet sich eine zellulare Ausscheidungsstruktur aus (Zellinneres: 2/17 Phase, Zellhülle: 1/5 Phase), der eine Zr-reiche plättchenförmige Phase (Z-Phase) senkrecht zur c-Achse überlagert ist.
Diese komplizierte Mikrostruktur kann auch in schnellabgeschreckten Sm2(Co,Cu,Fe,Zr)17 Magneten erzielt werden, wobei ebenfalls eine spezielle Wärmebehandlung erforderlich ist, die für diesen Magnettyp optimiert wurde.
Zur magnetischen Charakterisierung wurden Hystereseschleifen im gesamten ferromagnetischen Temperaturbereich gemessen. Die Mikrostruktur einschließlich der Bildung der zellularen Struktur und der Z-Phase wurde mit Hilfe der Transmissionselektronenmikroskopie untersucht. Mittels EDX-Untersuchungen kann die Zusammensetzung der einzelnen Phasen ermittelt werden. Hieraus ergeben sich wichtige Hinweise für den diesem Stoffsystem zugrunde liegenden Koerzitivfeldstärkemechanismus (Verankerung von Domänenwänden).


AM 2.5VortragMo 10:45F4

The structure and magnetic properties of R2Co17-xGax (x=0-8) compounds with R = Y, Gd and Tb

•BING LIANG1,2, BAO-GEN SHEN2, SHAO-YING ZHANG2 und ZHAO-HUA CHENG1,2
1Max-Planck-Institut für Metallforschung, Heisenbergstr. 1, 70569 Stuttgart
2 State  Key  Laboratory  of Magnetism, Institute of Physics, Chinese Academy of Sciences, Beijing 100080, P.R. China

The R2Co17-xGax (R=Y, Gd and Tb) compounds were prepared directly by arc-melting with a subsequent annealing. The structural and magnetic characteristics of these compounds have been investigated by means of XRD and magnetic measurements. The XRD patterns show that all samples are single phase with the 2:17-type except those samples with x=7 and 8 which contain small amounts of hcp Co and rare-earth-rich phase as impurity phases. The Ga substitution for Co in these compounds leads to a monotonic increase in unit cell volume and an approximately linear decrease in saturation magnetization. The Curie temperature is found to decrease rapidly with increasing Ga concentration. Compensation points are observed in the  temperature dependence of the magnetization for Gd2Co17-xGax and  Tb2Co17-xGax samples with x=4, 5 and 6 . The intersublattice-molecular-field  coefficients, nRT, have been deduced on the basis of magnetization curves at corresponding  compensation temperatures. The exchange-coupling constants JRT and JTT  have been calculated by analysing both the field dependence and the temperature  dependence of the magnetization. It has been found that the substitution of Ga  for Co in these compounds reduces the Co-Co exchange interaction, while it has  little influence on the R-Co exchange interaction. It is noteworthy that the Ga substitution  has changed the room-temperature easy magnetization direction(EMD) for Gd2Co17-xGax,  while the room-temperature EMD for Y2Co17-xGax and Tb2Co17-xGax  remain unchanged with the Ga substitution.

The work was support by the National Natural Sciences Foundation of China.


AM 2.6VortragMo 11:00F4

HDDR als neue Methode für die magnetische Härtung von Sm-Co-Verbindungen

•M. Kubis, A. Handstein, O. Gutfleisch, B. Gebel, K.-H. Müller und L. Schultz
Institut für Festkörper- und Werkstofforschung Dresden, Postfach 270016, 01171 Dresden

Untersuchungen zur Wasserstoffabsorption verschiedener Sm-Co-Verbindungen mit CaCu5-und Th2Zn17-Struktur wurden mit Hilfe der Differentiellen Scanning-Kalorimetrie (DSC) bei Drücken zwischen 1 MPa und 7 MPa durchgeführt. Dabei fand eine Zersetzung der Sm-Co-Verbindungen in Sm-Hydrid und Co oder Co-reiche Phasen statt. Die Zersetzung der relativ stabilen Sm-Co-Verbindungen kann auf die Verkleinerung der freien Enthalpie des Sm-Hydrids für hohe H2-Drücke zurückgeführt werden. Eine Rekombination der Sm-Co-Phasen erfolgte durch Dehydrierung bei einer zweiten Wärmebehandlung in Vakuum. Untersuchungen der magnetischen Eigenschaften der mit diesem HDDR-(Hydrierung-Disproportionierung-Desorption-Rekombination)-Prozeß hergestellten Materialien zeigen hohe Koerzitivfeldstärken m0JHC von bis zu 2.1T für SmCo5-Hochdruck-HDDR-Proben bzw. 4.7T für reaktiv gemahlene SmCo5-Proben. Für Rekombinationstemperaturen unterhalb 7000C wurden bei den reaktiv gemahlenen Proben nanoskalige Mikrostrukturen erreicht, die zu einer starken magnetischen Kopplung der Körner aufgrund der Austauschwechselwirkung und einer dadurch bedingen Remanenzüberhöhung führten. Insbesondere bei Sm2Co17-Proben wurde dadurch eine Energiedichte (BH)max von 83kJ/m3 für das isotrope Material erreicht.


AM 2.7VortragMo 11:15F4

Modifizierte HDDR-Verfahren angewandt auf NdFeB

•O. Gutfleisch, B. Gebel, M. Kubis, K.-H. Müller und L. Schultz
IFW Dresden, Postfach 270016, 01171 Dresden

NdFeB Pulver wurden durch verschiedene modifizierte HDDR (hydrogenation, disproportionation, desorption, recombination) Verfahren hergestellt. Die Entwicklung der magnetischen Anisotropie von Nd16.2Fe78.2 B5.6, Nd12.6Fe81.4B6.0 und Nd12.6Fe69.4Co11.0Ga1.0B6.0 Pulvern hergestellt durch den konventionellen HDDR Prozeß wurden mit denen von durch 'Solid'-HDDR hergestellten Pulvern verglichen. Konventionelles HDDR bei 800oC ergab isotrope Pulver mit einer Koerzitivfeldstärke von m0JHc = 1.24T im Falle von Nd16.2Fe78.2B5.6 und vergleichbare Werte wurden für den Fall des Solid-HDDR Verfahrens gefunden. Anisotropes Nd12.6Fe69.4 Co11.0Ga1.0B6.0 Pulver mit Br=1.04T und m0JHc= 0.50T wurde bei 850oC durch die konventionelle Methode erzeugt. In den beiden ternären Legierungen konnte auf diese Weise keine Anisotropie induziert werden. Wenn Solid-HDDR mit einer langsamen, kontrollierten Rekombination unter einem Wasserstoffpartialdruck von 0.1bar bei 900oC kombiniert wurde, war es möglich, in Nd12.6Fe81.4B6.0 einen hohen Texturgrad von Br=0.98T bei m0JHc = 0.92T zu induzieren. Ähnliche Werte wurden für Nd16.2Fe78.2B5.6 erzielt. Interessanterweise führte diese Prozeßführung angewandt auf Nd12.6Fe69.4 Co11.0Ga1.0B6.0 nicht zum Erfolg. Dieser Vergleich zeigt, daß es möglich ist, eine magnetische Anisotropie in NdFeB HDDR Pulvern auf zwei völlig unterschiedlichen Wegen zu erzeugen.


AM 2.8VortragMo 11:30F4

Magnetische und Umformeigenschaften von nanokristallinen NdFeB Verbindungen hergestellt durch Rascherstarren, mechanisches Legieren und HDDR

•A. Kirchner, V. Neu, W. Grünberger, O. Gutfleisch, K.-H. Müller und L. Schultz
IFW Dresden, Postfach 270016, 01171 Dresden

Nanokristalline NdFeB Pulver wurden durch Rascherstarren, mechanisches Legieren und HDDR (hydrogenation, disproportionation, desorption, recombination) erzeugt. Hochtexturierte Magnete wurden durch Stauchen von isotropen Preßlingen hergestellt. Die höchste Remanenz von Br=1.24T und eine Energiedichte von (BH)max von 283kJm-3 wurden für Magnete aus rascherstarrtem Pulver erzielt und mit dem vergleichsweise geringen Nd Gehalt von 14at% und einer stark ausgeprägten Formanisotropie der einzelnen Körner erklärt. Die höchste Koerzitivfeldstärke von moJHc=1.6T wurde für die Magnete aus mechanisch legiertem Pulver (16at% Nd) gemessen. Dieses Ergebnis wurde auf eine fein verteilte Nd-reiche Korngrenzenphase, zusätzlich zu einer geringen Korngröße von 100x500nm, zurückgeführt. Eine mikrostrukturelle Charakterisierung zeigte, daß die Körner der HDDR Magnete am größten sind und die kleinste Formanisotropie aufweisen und damit die geringfügig schlechteren magnetischen Eigenschaften zu erklären sind. Eine Analyse der Umformkinetik ergibt, daß das Modell des 'Solution-Precipitation-Kriechens', dominiert durch eine grenzflächenkontrollierte Reaktion, auf drei alle Materialtypen angewandt werden kann.


AM 2.9VortragMo 11:45F4

Abhängigkeit der magnetischen Eigenschaften von FINEMET von eingebrachten Oberflächenfehlern und herstellungsbedingten Schwankungen

•D. Ramin und W. Riehemann
Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik, TU Clausthal, Agricolastraße 6, D-38678 Clausthal-Zellerfeld

Das nanokristalline FINEMET wird durch eine Wärmebehandlung (580°C für 1h) aus schmelzgesponnenem Fe73.5Cu1Nb3Si13.5B9 gewonnen und besitzt bereits hervorragende weichmagnetische Eigenschaften. Diese lassen sich durch gezielt eingebrachte Oberflächendefekte [1] weiter optimieren, wie es aus Experimenten mit kornorientiertem FeSi-Elektroblech [2] bereits bekannt ist. Neben den Ergebnissen der systematischen Untersuchungen von Oberflächenbehandlungen bei denen zum größten Teil ultraviolette Excimer-Laserstrahlung zum Einsatz kam, werden weitere Einflüsse bezüglich herstellungsbedingter Schwankungen des Materials [3] auf die magnetischen Eigenschaften vorgestellt. Ein wichtiger Faktor ist hierbei auch die Dicke des Bandes.

[1] D. Ramin, W. Riehemann, Mat. Sci. Eng., A226-228 (1997) 590-593

[2] B. Weidenfeller, W. Riehemann, J. Magn. Magn. Mat., 133, 177 (1994)

[3] D. Ramin, W. Riehemann, Homogeneity of Magnetic Properties of Finemet Before and After Heat Treatment, Non-Linear Electromagnetic Systems, IOS Press Amsterdam, 1998, pp. 558-561


AM 2.10VortragMo 12:00F4

Magnetische Eigenschaften flammensynthetisch erzeugter g-Fe2O3 Nanopartikel

Ch. Janzen1, •B. Rellinghaus2, M. Acet2, K. Hadobas2, Ch. Binek3, U. Westphal4, P. Roth1 und E.F. Wassermann2
1Institut für Verbrennung und Gasdynamik
2Experimentelle Tieftemperaturphysik
3Angewandte Physik
4Anorganische Chemie, Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, 47048 Duisburg.

g-Fe2O3-Nanopartikel werden in einer vorgemischten H2/O2/Ar Niederdruckflamme, die mit Eisen-Pentacarbonyl (Fe(CO)5) dotiert ist, synthetisiert. Die Partikel werden auf einem gekühlten Substrat bei Zimmertemperatur (TZi) abgeschieden und anschließend ex-situ charakterisiert. Strukturelle Untersuchungen mit Hilfe der Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) sowie der Röntgenbeugung (XRD) zeigen, daß die so erzeugten Pulver aus einzelnen, schwach agglomerierten kristallinen Partikeln bestehen. Die mittleren Partikelgrößen werden durch die Konzentration des Fe(CO)5-Precursors eingestellt und liegen im Bereich zwischen 7 nm und 16 nm. Wir stellen Messungen von Magnetisierungskurven (M(H)) bei TZi sowie zur Temperaturabhängigkeit der Magnetisierung (M(T)) an diesen Proben vor. Die Partikel verhalten sich bei TZi superparamagnetisch, und die M(H)-Kurvern lassen sich durch angepaßte Langevin-Funktionen beschreiben. Mit abnehmender Teilchengröße wird ein Absinken sowohl der superparamagnetischen Blocking-Temperatur als auch der Sättigungsmagnetisierung beobachtet.


AM 2.11VortragMo 12:15F4

Prozesse der Phasenbildung von Mangan-Zink-Ferriten

•J. Rossel1, H. C. Freyhardt1, L. Michalowsky2 und F.R. Sale3
1Institut für Materialphysik, Universität Göttingen, Hospitalstraße 3-7, D-37073 Göttingen
2Kaschke KG, Rudolf-Winkel-Straße 6-8, D-37079 Göttingen
3Manchester Materials Science Centre, Victoria University of Manchester, Manchester M1 7HS, Großbritannien

Im Hinblick auf die Verbesserung magnetischer und elektrischer Eigenschaften von Mangan-Zink-Ferriten ist die Anwendung neuer Wege der Pulveraufbereitung von großem Nutzen. Viele dieser Eigenschaften sind von der Mikrostruktur bzw. von dem Gefüge abhängig.
Eine Alternative zum industriell verwandten konventionellen Mischoxidprozeß bietet sich mit chemischen Fällungsverfahren, insbesondere dem hier benutzten Sol-Gel-Prozeß. Es zeigen sich bei den verschiedenen Herstellungsverfahren signifikante Unterschiede während der Phasenbildung von Mangan-Zink-Ferrit.
Durch Verwendung der Röntgendiffraktometrie sowie thermischer Analysemethoden wie DSC- und TG-Messungen wurden die Phasenbildungsprozesse während des Kalzinierens von Mn-Zn-Ferritpulver untersucht und Kenntnis über ablaufende Phasenbildungen gewonnen. Dies wurde zu Eigenschaftsverbesserungen der Werkstoffe auf Mangan-Zink-Ferrit-basis genutzt.


AM 2.12VortragMo 12:30F4

Einfluß niedrigviskoser Phasen auf die Gefügebildung hochpermeabler Mn-Zn-Ferrite

•J. Dreikorn1, H. C. Freyhardt1 und L. Michalowsky2
1Institut für Materialphysik, Universität Göttingen, Hospitalstraße 3-7, D-37073 Göttingen
2Kaschke KG, Rudolf-Winkel-Straße 6-8, D-37079 Göttingen

Die magnetischen und elektrischen Eigenschaften hochpermeabler Mn-Zn-Ferrite mit der Zusammensetzung 52,0 mol% Fe2O3, 25,5 mol% MnO, 22,5 mol% ZnO und dem Additivsystem CaO, SiO2, TiO2 werden stark durch das sich beim Sinterprozeß ausbildende Gefüge bestimmt. Insbesondere ist zum Erreichen höchster Permeabilitäten neben einer durch die Wahl der Zusammensetzung minimierten magnetokristallinen Anisotropie ein gleichmäßiges, grobkristallines Gefüge mit einem niedrigen Anteil an intrakristalliner Porosität notwendig.
Untersucht wird die Möglichkeit, den Gefügebildungsprozeß durch die Zugabe von Bi2O3 zum vorhandenen Additivsystem, über die Bildung von bei hohen Temperaturen niedrigviskosen Korngrenzenzwischenphasen zu beeinflussen und die erhaltenen Gefüge zu charakterisieren.


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Zuletzt geändert am 21.10.1999

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