QCD II | |
Di 08:30-10:35 | HS B |
| T 202.1 | Gruppenbericht | Di 08:30 | HS B |
D. Müller für die H1-Kollaboration
Physik-Institut der Universität Zürich
Gluonen tragen insgesamt ca. 50% des Impulses hochenergetischer Protonen. Ihre Verteilung als Funktion des Impulsanteils
xGluon = PGluon/PProton kann bei der tiefinelastischen Streuung von Elektronen an Protonen am HERA-Speicherring erstmals für kleine Werte von xGluon bestimmt werden. Beim H1 Experiment wird diese Messung mit drei verschiedenen Methoden vorgenommen, die alle eine Bestimmung der Gluondichte in NLO (Next to Leading Order) erlauben.
Die grösste Präzision wird aus der Messung von Skalenverletzungen der Strukturfunktion F2 erreicht. Im untersuchten Bereich wird der Anstieg von F2 mit dem Impulsübertrag Q2 durch die Gluonverteilung geprägt. Durch die Anpassung einer störungstheoretischen QCD-Rechnung an die gemessenen F2-Werte kann daher auf die Gluondichte zurückgeschlossen werden. Die Resultate von H1 überdecken den Bereich von 10-4 £ xGluon £ 10-2.
Unabhängig davon sind die Wirkungsquerschnitte für die D*-Meson-Produktion sowie für (2+1)-Jet-Ereignisse bestimmt worden. Für beide Reaktionen trägt der Photon-Gluon-Fusionsprozess ( gg ® q [`q] ) in führender Ordnung zum Streuquerschnitt bei. Aus der Kinematik des rekonstruierten D*-Mesons kann xGluon näherungsweise berechnet werden. Die D*-Messung erlaubt eine Bestimmung der Gluondichte im Bereich von 7.5 ·10-4 £ xGluon £ 2.5 ·10-2, die auf Jets basierende Methode ist im Bereich von 0.02 £ xGluon £ 0.3 sensitiv.
| T 202.2 | Gruppenbericht | Di 08:55 | HS B |
Markus Wobisch für die H1-Kollaboration
III. Phys. Institut, RWTH Aachen, Sommerfeldstr. 34, 52056 Aachen
Observablen hadronischer Endzustände in der Lepton Proton Streuung
sind direkt sensitiv auf die Dynamik der starken Wechselwirkung und
somit geeignet zur Prüfung der Vorhersagen der QCD Störungstheorie.
Für Jet-Wirkungsquerschnitte und die Produktion von Teilchen und
Photonen existieren QCD Störungsrechnungen bis zu zweiter
Ordnung der starken Kopplungskonstanten as.
In diesem Vortrag werden beim HERA Experiment H1 gemessene
Wirkungsquerschnitte genannter Observablen in der Photoproduktion
und in der tief inelastischen Streuung mit den Ergebnissen der
QCD Rechnungen verglichen.
Diese Wirkungsquerschnitte sind empfindlich auf den Wert der
starken Kopplungskonstanten.
| T 202.3 | Vortrag | Di 09:20 | HS B |
Ulrike Wollmer für die ZEUS-Kollaboration
DESY, Notkestraße 85, D-22607 Hamburg
Es wird der aktuelle Stand einer mit dem ZEUS-Detektor im Breit-System durchgeführten Analyse von Ereignis-Charakterisierenden Observable (event shapes ) im hadronischen Endzustand in tiefunelastischer Elektron-Proton-Streuung (DIS) am Speicherring HERA vorgestellt. So beschreibt z.B. die Variable Thrust die Jetmäßigkeit eines Ereignisses. Ergebnisse dieser Studien können verwendet werden für eine Extraktion der starken Kopplungskonstanten as in einem großen Bereich des Impulsübertrages Q2. Dabei stellt die Unabhängigkeit von Jetrekonstruktionsalgorythmen einen Vorteil dieser Methode dar.
| T 202.4 | Vortrag | Di 09:35 | HS B |
T. Wengler, F. Eisele, M. Erdmann und M. Werner für die H1-Kollaboration
Physikalisches Institut der Universität Heidelberg, Philosophenweg 12, D-69120 Heidelberg
Vorgestellt werden Untersuchungen zur Partonstruktur in
tiefinelastischer e-p Streuung bei kleinen Bjorken-x
mit dem H1 Detektor bei HERA. Die betrachtete
Observable ist die Produktion von p° Mesonen mit
hohem transversalen Impuls unter kleinem Winkel zur Richtung
des einlaufenden Protons. Die Ergebnisse werden mit Vorhersagen
von Monte Carlo Modellen und mit analytischen Rechnungen
verglichen. Die Sensitivität der Observablen auf die Dynamik
der starken Wechselwirkung bei kleinen Bjorken-x wird dabei
zur Untersuchung des Geltungsbereiches von Näherungsgleichungen
wie DGLAP oder BFKL benutzt.
| T 202.5 | Vortrag | Di 09:50 | HS B |
M. Werner, F. Eisele, M. Erdmann, P. Schleper und T. Wengler für die H1-Kollaboration
Physikalisches Institut der Universität Heidelberg, H1-Kollaboration
Grundlage der vorgestellten Analyse sind im Jahr 1996 mit dem H1-Detektor am e+p-Speicherring HERA genommene Daten ( Lint = 9 pb-1). Es werden Ereignisse der tiefinelastischen Streuung bei kleinem Bjørken-x betrachtet, in denen mittels des Durham-k^-Jetalgorithmus im Photon-Proton-Schwerpunktsystem mehrere Jets rekonstruiert werden. Monte-Carlo-Studien zeigen eine gute Zuordnung zwischen Jets und Partonen bei Transversalimpulsen pt* > 4 GeV/c.
Zum Vergleich werden Modelle mit unterschiedlicher zugrundeliegender Partondynamik herangezogen. Die Untersuchung der Korrelation zwischen gefundenen Jets und der gemessene Energiefluss erlauben Aussagen über die Gültigkeit der Altarelli-Parisi-Entwicklung in der QCD bei kleinem x sowie über die Existenz einer aufgelösten Komponente des virtuellen Photons.
| T 202.6 | Vortrag | Di 10:05 | HS B |
Guido Nellen für die H1-Kollaboration
MPI München (Werner-Heisenberg-Institut) , D-80905 München
Vorgestellt wird die Messung des transversalen Energieflusses bei hohem Q2 (Q2 > 100 GeV2) mit dem H1 Detektor am Speicherring HERA. Die Daten decken einen Bereich im Bjorken x von 0.004 bis 0.09 ab und gestatten es, den transversalen Energiefluß im Rapiditätsintervall -1 < h* < 6 (hadronisches Schwerpunktssytem) zu bestimmen. Unter anderem kann die Gültigkeit von QCD Monte Carlo Modellen zur Bescreibung des hadronischen Endzustandes an Hand dieser Ergebnisse überprüft werden.
| T 202.7 | Vortrag | Di 10:20 | HS B |
Ch. Berger, H.-U. Martyn und K. Rabbertz für die H1-Kollaboration
I. Phys. Institut, RWTH Aachen, Sommerfeldstr. 34, 52056 Aachen
Hadronisierungskorrekturen der Form 1/Qn,
wobei Q für die prozeßrelevante Energie
steht, an die in nächstführender Ordnung der perturbativen QCD berechenbare
Energieabhängigkeit von Ereignisformobservablen sind, experimentell
wie theoretisch, ein sehr aktives Arbeitsgebiet. Erste Messungen der
Mittelwerte der Variablen Thrust, Jet-Breite und Jet-Masse
in der tiefinelastischen
ep-Streuung wurden letztes Jahr publiziert [1].
In Kombination mit theoretischen Ansätzen, die nicht nur die
Potenz n sondern auch die relative Größe der Korrekturen für
verschiedene Observablen vorhersagen, wird es möglich, über die
perturbative QCD hinausgehend Daten mit diesen Vorhersagen zu vergleichen
und die Modellparameter [`(a0)] und as(M2Z) zu
bestimmen. Auf zusätzliche Observable und differentielle Verteilungen
erweiterte und aktualisierte Ergebnisse werden vorgestellt.
[1] H1 coll., C. Adloff et al., Phys. Lett. B 406, 256 (1997).
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Zuletzt geändert am 14.08.1998