Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG)

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E-Verhandlungen 1998
Bayreuth
Plenarvorträge


PV IPlenarvortragMo 08:30Audimax
Amphiphile Blockcopolymere zur Nanostrukturierung von Festkörpern

•Markus Antonietti, Helmut Cölfen, Stephan Förster und Christine Göltner
Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Kantstr. 55, D-14513 Teltow-Seehof

Amphiphile Blockcopolymere bilden durch Selbstorganisation verschiedene Mizelltypen bzw. dreidimensional geordnete lyotrope Phasen mit charakteristischen Längen auf der nm-Skala aus. Bei entsprechender chemischem Aufbau sind diese Systeme in der Lage, die Grenzfläche zu Metallen, Halbleitern und keramischen Materialien zu stabilisieren. Die Erzeugung dieser Stoffe in Anwesenheit der polymeren Aggregatstrukturen kann so zu hochgeordneten Nanohybriden führen. Neben der Erzeugung von Nanoteilchen mit größsenquantisierten Eigenschaften in neuen Morphologien werden in diesem Vortrag mesoporöse oxidische Keramiken und Gläser und deren Charakterisierung vorgestellt. Es wird weiterhin gezeigt, daßs die Anwesenheit derartiger Polymere beim Fällungsprozeßs schwer löslicher Salze eine weitgehende Kontrolle von Größse, Form und Kristallstruktur der gefällten Partikel erlaubt.


PV IIPlenarvortragDi 08:30Audimax
Selbstaggregierende Monoschichten als Modellsysteme für polymere Grenzflächen

•Michael Grunze
Angewandte Physikalische Chemie, Universität Heidelberg, INF 253, 69120 Heidelberg

Die Interpretation physikalischer und chemischer Prozesse auf künstlichen und natürlichen organischen Oberflächen wird durch den Einsatz chemisch und strukturell wohldefinierter selbstaggregierender Monolagen (SAM) als Modellsubstrat wesentlich vereinfacht. In diesem Vortrag werde ich neue Verfahren zur Herstellung dichter Alkanthiolatschichten und deren Strukturierung im mm-nm Größenbereich vorstellen. Diese SAM-Filme eignen sich als Modellsysteme für Resists in der Elektronenstrahllithographie und als chemisch definierte Beschichtungen für die Untersuchung von Adsorptionsprozessen aus Lösungen. Die in diesem Vortrag vorgestellten experimentellen Befunde zur Struktur, Orientierung und molekularen Konformation der SAM-Schichten können durch Simulationen mit Hilfe atomistischer Kraftfelder und quantenmechanischer Rechnungen interpretiert werden. Die Kombination von Experiment und Theorie ermöglicht detaillierte Rückschlüsse auf die Rolle elektrostatischer Dipolfelder bei der Adsorption von Polymeren aus Lösung auf organischen Oberflächen.


PV IIIPlenarvortragMi 08:30Audimax
Die Vorbereitung der physikalischen Grundlagen für den Plasmareaktor ITER

•K. Lackner
Max- Planck- Institut für Plasmaphysik, Boltzmannstr. 2, 85748 Garching

ITER ist ein von der Europäischen Gemeinschaft, Japan, der USA und Rußland gemeinsam entwickelter Fusions-Testreaktor, der auf dem Tokamakprinzip beruht und Ende des nächsten Jahrzehntes in Betrieb gehen könnte. Ein selbständig brennendes Fusionsplasma muß Forderungen an die Güte des Energieeinschlusses, an das Verhältnis von Plasma- zu Magnetfelddruck, und an die Kontrolle der Verunreinigungen erfüllen. Gleichzeitig müssen die Belastungen jener Wandkomponenten, die entlang Feldlinien in direktem Kontakt mit dem Plasma sind, in technisch tragbaren Grenzen bleiben und unkontrollierte Abbrüche des Plasmastroms ein seltenes Ereignis bleiben. Diese individuellen Forderungen waren schon immer Untersuchungsziele der experimentellen Tokamakforschung, doch verschob die konkrete Entwurfstätigkeit den Schwerpunkt der Untersuchungen zur Identifizierung von Entladungsbedingungen, welche eine gleichzeitige Erfüllung der Forderungen versprechen. Außer der sogenannten Standardbetriebsform, die in voll gezündeten, aber auf ca. 1000 s begrenzte Pulsen besteht, soll ITER auch Szenarien testen, in denen der Plasmastrom ohne anliegende Transformatorspannung aufrecht erhalten werden kann. Es wird über die theoretischen und experimentellen Untersuchungen berichtet, welche die Grundlagen für die ITER-Auslegung und für die Vorhersage seiner Operationsbereiche bilden.


PV IVPlenarvortragMi 09:30Audimax
Petawatt-Kurzpulslaser fuer Plasmaphysik und Trägheitseinschluss-Fusion

•Juergen Meyer-ter-Vehn
Max-Planck-Institut fü ör Quantenoptik, D-85748 Garching

Chirped-Pulse-Amplification (CPA) Laser erzeugen heute Subpiko- sekunden-Pulse mit 1015 Watt und fokussierten Intensitä ten von 1018 - 1020 W/cm2. Dies öffnet neue Horizonte der Plasmaphysik, die im Vortrag diskutiert werden: (1) Selbst- fokussierende Lichtkanä le in dichtem Plasma, (2) Multi-MeV- Elektronenjets in Laser-Richtung, (3) 100 MegaGauss Magnetfelder, Plasmawellen mit 1 GeV/cm E-Feldern fü r Teilchenbeschleunigung. Die Pulse erzeugen Gigabar-Lichtdrucke auf Oberfl ächen mit Festk örperdichte und hohe(100fach) koh ärente Harmonische des Laserlichts. Die relativistischen Elektronen und ihre Bremsstrahlung (kurze Pulse von MeV-Photonen im GW bis TW-Bereich) eignen sich fü r sekund äre Produktion von Neutronen, Positronen, etc. und erlauben mö glicherweise effiziente Table-Top-Quellen nuklearer Strahlung mit fs-Zeitstruktur. Über erste experimentelle Beobachtungen dieser Phänomene wird berichtet. Die extreme Konzentration der Lichtenergie im Plasma ö ffnet neue Optionen zur Zü ndung von Kernfusion in vorkomprimierten Brennstoff-K ügelchen. MPQ-Simulationen zum Fast-Ignitor-Konzept werden diskutiert. Es handelt sich um erste dreidimensionale, voll-relativistische Particle-in-Cell (PIC) Rechnungen, die neue Einblicke in die Plasmadynamik vermitteln.


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Zuletzt geändert am 19.08.1998

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