Poster: Teilkristalline Polymere | |
Mo 15:30-17:30 | Gg |
| PO 8.1 | Poster | Mo 15:30 | Gg |
Joachim Loos und Jürgen Petermann
Lehrstuhl für Werkstoffkunde, Universität Dortmund
Die Mikrodeformation von teilkristallinen Polymeren soll am Beispiel von sPP diskutiert werden. Es sind im wesentlichen vier verschiedene Kristallphasen des sPP bekannt.Wird sPP aus der relaxierten Schmelze kristallisiert, so können nur Kristallphasen nachgewiesen werden, deren Moleküle eine Helixkonformation aufweisen. In Abhängigkeit von der isothermen Kristallisationstemperatur bilden sich mit abnehmender Unterkühlung die helikalen Phasen I, II und III. Unabhängig vom Ausgangszustand kann nach einer hohen plastischen Verformung der Proben nur eine Kristallphase nachgewiesen werden, deren Moleküle sich in der all-trans Konformation befinden (all-trans Phase). Durch die plastische Verformung von sPP wird somit neben den beobachteten Phasentransformationen ebenfalls eine Umwandlung der Molekülkonformation induziert. Dieser Vorgang kann nur durch die vollständige Auflösung der Kristalle in der Verformungszone mit anschließender Rekristallisation erklärt werden.
| PO 8.2 | Poster | Mo 15:30 | Gg |
Joachim Loos1, Jürgen Petermann1, Anne-Meike Schauwienold2 und Walter Kaminsky2
1Lehrstuhl für Werkstoffkunde, Universität Dortmund
2Institut für Technische und Makromolekulare Chemie, Universität Hamburg
Schon früh konnten am sPP Kristallphasen nachgewiesen werden, deren Moleküle in der Elementarzelle entweder die helikale (ttgg)2 oder die planare all-trans (tttt) Molekülkonformation aufweisen. Es sind drei verschiedene Kristallphasen mit Molekülen in der (ttgg)2 Kettenkonformation (Phase I, II und III) und eine weitere Phase mit Molekülen in der all-trans Konformation beobachtet worden, wobei jedoch letztere nur bei Proben nachgewiesen werden konnte, die aus dem Glaszustand unterhalb der Glasübergangstemperatur plastisch verformt worden sind. Es ist uns nun gelungen, sPP-Proben mit höchster Syndiotaktizität aus der orientierten Schmelze in der all-trans Phase zu kristallisieren. Zusammen mit weitereren experimentellen Ergebnissen kann hierdurch ein Modell etabliert werden, welches das unterschiedliche Kristallisationsverhalten der vorgestellten Phasen in Abhängigkeit vom Taktizitätsgrad beschreibt.
| PO 8.3 | Poster | Mo 15:30 | Gg |
Andreas Wurm, Arne Hensel, Stefan Weyer und Christoph Schick
Universität Rostock, FB Physik, Universitätsplatz 3, 18051 Rostock
Temperaturmodulierte kalorimetrische Untersuchungen (TMDSC) an teilkristallinen Polymeren im Schmelzbereich zeigen eine Reihe interessanter, bisher nicht verstandener Effekte (z.B. reversibles Schmelzen, B. Wunderlich). Es werden erste TMDSC und Dynamisch - Mechanische Untersuchungen (DMA) bei gleichen Frequenzen im Schmelzbereich vorgestellt. Hierzu wurden temperatur-, zeit- und frequenzabhängige Messungen des dynamischen Schermoduls und der Schernachgiebigkeit sowie der Wärmekapazität durchgeführt. Die Messungen erfolgten sowohl als Temperaturscan als auch isotherm bzw. quasiisotherm. Die Kombination beider Meßmethoden kann einen Beitrag zum weiteren Verständnis des Schmelzens von Polymeren liefern.
| PO 8.4 | Poster | Mo 15:30 | Gg |
S. Tadjbakhsch, J. Sulimma und I. Alig
Deutsches Kunststoff-Institut, Schloßgartenstr. 6,
D-64289 Darmstadt, Germany
Mit einem Scherwellenreflexionsverfahren im Ultraschallfrequenzbereich wurden die Zeit- und Temperaturabhängigkeiten des komplexen Schubmoduls während der Kristallisation und dem Schmelzen der kristallinen Bereiche in verschiedenen teilkristallinen Polymeren bestimmt. Zunächst wurde die Filmbildung einer wässrigen Polychloropren-Dispersion und die daran anschließende isotherme Kristallisation in der Schicht verfolgt. Die Moduländerungen während der Kristallisation wurden mit einem theoretischen Ansatz unter Verwendung der Avrami-Gleichung und dem Kerner Modell angepaßt. Weiterhin wurden heiz- und kühlratenabhängige Messungen der Kristallisationskinetik an Polyethylenglykolen mit den Molekulargewichten 2000g/mol (PEG2000) und 4000g/mol (PEG4000) durchgeführt. Die heizratenabhängigen Schubmodulverläufe während des Schmelzens zeigen einen Schmelzprozeß für das PEG2000, wogegen ein zweistufiger Prozeß für das PEG4000 gefunden wurde. Es wurde versucht, die Heiz- und Kühlverläufe des Moduls zu simulieren. Ein Vergleich der Ultraschallmessungen mit röntgenographischen und kalorimetrischen Meßergebnissen zeigt die Möglichkeiten des Meßverfahrens zur Untersuchung der Struktur und des Kristallisationsverhaltens teilkristalliner Polymere.
| PO 8.5 | Poster | Mo 15:30 | Gg |
M. Moneke, S. Tadjbakhsch, D. Lellinger und I. Alig
Deutsches Kunststoff-Institut, Schloßgartenstr. 6, D-64289 Darmstadt, Germany
Die Kristallisationskinetik und die Struktur eines
Polyethylenoxid-Polypropylenoxid-Polyethylenoxid-Triblockco -polymeren
(PEO-PPO-PEO) und eines Polyethylenoxid-Homopolymeren (PEO) wurden mittels
Ultraschallspektroskopie, Differentialthermoanalyse (DSC),
Polarisationsmikroskopie und Röntgenstrukturanalyse untersucht.
Die Kristallisationsexperimente erfolgten dabei sowohl isotherm als auch
kühlratenabhängig. Der Vergleich der Ergebnisse des Homopolymeren mit denen
des Triblockcopolymeren erlaubte Rückschlüsse auf den Einfluß des nicht
kristallisierbaren PPO-Mittelblocks auf das Kristallisationsverhalten. PEO
und PEO-PPO-PEO kristallisieren nahezu vollständig in Sphärolithen.
Sowohl im Homopolymeren als auch im Triblockcopolymeren lassen sich
verschiedene Kristallmodifikationen nachweisen. DSC-Untersuchungen
zeigen eine Absenkung der entsprechden Gleichgewichtsschmelztemperatur im
Triblockcopolymeren. Ultraschallmessungen mit Longitudinal- und Scherwellen
erlauben die Bestimmung der mechanischen Moduln während der
Kristallisation und zeigen deutliche Unterschiede zwischen beiden Proben.
| PO 8.6 | Poster | Mo 15:30 | Gg |
Jens Hannemann, Peter Dobbert und Friedrich Fabry
Universität Rostock, Fachbereich Physik, Uni-Platz 3, 18051 Rostock
öntgenkleinwinkeluntersuchungen an Copolyestern mit einem
Kettenaufbau aus verschiedenen Anteilen von Terephthalsäure,
Isophthalsäure und Hydrochinon wurden mit dem Ziel durchgeführt
, Aussagen zur übermolekularen Struktur dieser Polymere zu
gewinnen.
In Abhängigkeit von der jeweiligen Kettenzusammensetzung zeigen
sich deutliche Änderungen im Streukurvenverlauf. Der gemessenen
Potenzgesetzstreuung ist ein Schulterbereich überlagert. Der
Verlauf der Streukurven läßt sich mit Hilfe von
Modellrechnungen anpassen. Im Ergebnis können für die
vorliegenden Polymerstrukturen folgende Aussagen getroffen
werden:
- es treten plättchenförmige Substrukturen auf
- die plättchenförmigen Strukturen können zu Stapeln geordnet
sein
- daneben existieren größere Polymerpartikel
Die Dichte der Polymerproben ist unerwartet gering.
| PO 8.7 | Poster | Mo 15:30 | Gg |
C. Feldhüsen und W. Wenig
Gerhard-Mercator-Universität Gesamthochschule Duisburg, Laboratorium für Angewandte Physik, Lotharstr. 1-21, D-47048 Duisburg
Mit Hilfe der Polarisationslichtmikroskopie wird die isotherme Kristallisationskinetik von Blends aus isotaktischem Polypropylen mit linearem Polyethylen geringer Dichte iPP/LLDPE 80/20 Gew.- untersucht, den als Verträglichkeitsmacher das Triblock-Copolymer SEBS zugefügt wurde. Der Einfluß der Schichtdicke der Probe auf die Kristallisationskinetik wird durch die Einführung eines Dimensionsparameters (Verhältnis von Probendicke d zum Durchmesser der Probe 2r) berücksichtigt. Hierdurch läßt sich auf die Art des Sphärolithenwachstums schließen. Die Kenntnis der Wachstumsdimension ist für die Interpretation der mit Hilfe der Modelle von Avrami und Icenogle erhaltenen kristallisationskinetischen Ergebnisse wichtig. Weitere Untersuchungen der Keimbildung der iPP-Matrix ergeben, daß die Bildung der iPP-Keime mehrstufig abläuft. Der experimentell erhaltene Kurvenverlauf kann durch Segregations- und Diffusionsprozesse erklärt werden, die beobachtete Temperaturabhängigkeit und Hinweise aus der Literatur unterstützen diese Annahmen.
| PO 8.8 | Poster | Mo 15:30 | Gg |
Martin Bonnet, Klaus Dieter Rogausch und Jürgen Petermann
Universität Dortmund, FB Chemietechnik, Lehrstuhl für Werkstoffkunde, Emil-Figge-Str.66, 44221 Dortmund
Das Auftreten eines endothermen Temperpeaks in teilkristallinen Poly(phenylensulfid) PPS als Folge eines Temperns oberhalb der Kristallisationstemperatur wurde mit Hilfe der modulierten Wärmeflußkalorimetrie (MDSC) und durch thermomechanische Analyse untersucht. Die Ergebnisse weisen auf Relaxationsvorgänge in der, nach Kristallisation stark unter Zwangszuständen stehenden, zwischenlamellaren amorphen Phase hin. Durch das Tempern werden Umordnungsvorgänge eingeleitet, die eine Separation der amorphen Phase in eine zwischenlamellare relaxierte Phase und in eine grenzflächennahe pseudokristalline Phase bewirken.
| PO 8.9 | Poster | Mo 15:30 | Gg |
S. Cunis1, R. Gehrke2, G. Krosigk1, U. Lode1, W. Wilke1 und J. Würges3
1Abteilung Experimentelle Physik, Universität Ulm
2HASYLAB am DESY, Hamburg
3Universität Hamburg
Es werden vier verschiedene Detektorsysteme im Hinblick auf ihre Eignung
für Ultrakleinwinkel-Streuexperimente (USAXS) an Polymeren untersucht. Diese
Experimente können an der Wigglerbeamline BW4 des HASYLAB unter Einsatz eines
der folgenden Röntgendetektoren durchgeführt werden:
Vieldraht-Proportionalzähler (Gabriel Detektor), eindimensionaler
ortsempfindlicher Delayline-Detektor, CCD-Kamera mit Bildverstärker und
Image Plate.
Anhand von Ultrakleinwinkel-Aufnahmen von LUPOLEN, Collagen und
glasfaserverstärktem Polycarbonat werden die Detektorsysteme
bezüglich Streuvektorbereich, Dynamik, Ortsauflösung und Signal-Rauschverhältnis
verglichen.
| PO 8.10 | Poster | Mo 15:30 | Gg |
D. Dlubek1, A.P. Clarke2, H.M. Fretwell2, S.R. Ahmed2 und A. Alam2
1ITA GmbH, Außenstelle Halle, Edvard-Grieg-Weg 8, 06124 Halle
2University of Bristol, H.H. Wills Physics Laboratory, U.K.
In Polymeren zerstrahlt Ortho-Positronium in Hohlräumen des
freien Volumens. Aus der o-Ps-Lebensdauer läßt sich die
Hohlraumgröße bestimmen, typische Werte liegen bei 0,05
- 0,30 nm.
In der Arbeit wird beispielshaft der Einsatz der Methode zur
Untersuchung des freien Volumens in folgenden Materialien vorgestellt:
1.) Epoxidharze, welche Härter und Modifikatoren in unterschiedlicher
Zusammensetzung enthalten
2.) Teilkristalline Polymere mit unterschiedlicher
Kristallinität durch Abschrecken/Tempern (PA 6, PA 66) oder Herstellung
(LDPE, HDPE)
3.) Temperaturabhängigkeit des Hohlraumvolumens in der
kristallinen und amorphen Phase von PE und PTFE, Bestimmung der
Glastemperatur, der thermischen Ausdehnungskoeffizienten und des
Anteils des freien Volumens
4.) Copolymere - EVA (0...100) Pfropfung von Styren auf Polypropylen
in fester Phase (0...100)
5.) Blends - ABS im Vergleich mit PS, SAN und BR, PA/ABS (0...100)
In PA 6 und PE wurde eine Abhängigkeit der Hohlraumgröße in der amorphen
Phase vom Kristallinitätsgrad des teilkristallinen Materials beobachtet,
woraus auf eine nichtkonstante Dichte der amorphen Phase geschlossen
werden kann.
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Zuletzt geändert am 21.08.1998